Höhlenforschung

 

 

Höhlen, die Welt unter Tage ...

 

Ein faszinierender Lebensraum, wo es noch viel zu entdecken gibt ...

 

Ich werde oft gefragt, wie ich zu diesem seltsamen Hobby komme. Naja, ganz einfach, mich haben Höhlen und deren Lebensraum bereits in meiner Kindheit interessiert und da meine Eltern eher "am Berg-Menschen" waren, konnte ich meiner Begeisterung für dieses Umfeld erst als Erwachsener freien Lauf lassen.

 

Aus touristischen Höhlenbesuchen wurde bald ernsthafte Höhlenforschung. Aufgrund meiner Ausbildung und meiner Erfahrung im alpinen Sicherheitsbereich bringe ich mein Wissen in erster Linie im Bereich der "Sicherheit beim Befahren von Höhlen" ein.

 

Im zarten Alter von 6 Jahren wollte meine Tochter Jill, unbedingt auch einmal in eine Höhle gehen, was sofort in die Tat umgesetzt wurde. Ihre Höhlenbegeisterung war so groß, dass sie nicht locker ließ und immer wieder mitgehen wollte. Innerhalb weniger Jahre wurde sie zu einem vollwertigen Mitglied unserer Forschergruppe und wenn wir alten Säcke einmal etwas motivationslos waren, brachte uns Jill wieder auf Touren. In den Anfängen unternahmen wir 30 bis 50 Höhlentouren pro Jahr. Da fast alle Mitglieder unserer Truppe Familie haben und eben nicht alle Menschen "höhlenverrückt" sind, haben sich die Freizeitprioritäten etwas verschoben. Bis 2015 beschäftigte ich mich mit der Ausbildung von KameradInnen und nahm nur noch selten an Forschungstouren teil. Mehrtägige Touren waren also Geschichte, aber genüssliche Tagestouren standen weiterhin am Programm.

 

Komplett wegzudenken ist das Thema Höhle bei keinem von uns und so lange es unsere körperliche Verfassung zulässt wird es uns immer wieder bewusst werden, "die Welt unter Tage ruft!"

 

Meine Parkinson Erkrankung kann da allerdings ein wenig dreinpfuschen, weil es eben auch weniger gute Tage gibt, die bereits beim Zustieg zur Höhle einen Strich durch die Rechnung machen können. Aber kaum schnuppert meine Nase Höhlenluft, sind alle Hindernisse vergessen und ich agiere wie eh und je (einmal gelernt, nie wieder vergessen). Allerdings mit dem Bewusstsein, dass ich nicht mehr der bin, auf den sich alle verlassen können. Jetzt bin ich eben einer, der sich auf die anderen verlassen können sollte. Das funktioniert perfekt, ich kenne meine Fähigkeiten, weiß was ich mir zumuten kann und vertraue auf die Fähigkeiten meiner Kameraden. Das beruht auf Gegenseitigkeit und erlaubt mir der "ParkinsonCaver" zu sein .....

 

Was macht jetzt das Befahren von Höhlen (so heißt es in der Fachsprache), so faszinierend? Nicht nur meine Tochter und ich, sondern auch alle anderen Höhlenforscher werden diese, oder eine ähnliche Antwort geben: "Es ist eine faszinierende, beinahe noch gänzlich unberührte Welt, ein Lebensraum unter Tage, wo es noch viel zu entdecken gibt" ...

 

 

 

In diesem Sinne, Glück tief

 

 

Verband Österreichischer Höhlenforscher

 

 

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