Mountainbike - ParkinsonRider

 

Freeride- und Downhill-Mountainbiking, mehr als ein Hobby

 

Freeriden bedeutet für mich wesentlich mehr als Sport und Freizeitbeschäftigung. Als Hobby betrachte ich es schon gar nicht, denn ein Hobby ist für mich etwas Halbherziges. Freeriden ist eine Lebenseinstellung.

Ich bike bereits seit 1983 und wenn ich ganz ehrlich bin, war die Mountainbikerei schon immer meine größte Leidenschaft. Weil ich schon immer eher Downhill begeistert war und ich bis dato so gut wie nie altersangepasst gehandelt habe, legte ich mir 2011 einen Freerider mit Downhill Setup zu. Mit diesem Gerät hatte ich mächtig Spaß und bis auf eine einmalige Rippenverletzung wurde ich vom Verletzungsteufel verschont.

 

Unabhängig davon kam es aber zu einer "betrieblichen Programmänderung" .....

 

Plötzlich ging gar nichts mehr

Bis Ende September 2014 verbrachte ich fast jeden freien Tag am Bike. Plötzlich - damals noch aus unerfindlichen Gründen - wurde ich von Antriebslosigkeit geplagt und das Bike verbrachte mehr Zeit im Keller als auf irgendwelchen Trails. Bei den selten gewordenen Ausfahrten machte sich schon bald fehlende Kondition bemerkbar, was ja auch normal ist, wenn man so gut wie nichts tut. Das sollte sich allerdings wieder zum Positiven wenden lassen, ich müsste mich  bloß wieder öfter aufs Bike schwingen.

 

Mein etwas gestörter Gleichgewichtssinn, der sich bei langsamer Fahrt bemerkbar machte, löste allerdings einige Bedenken in mir aus. Dann waren da auch noch meine sparsamen Bewegungen und ein merklicher linksseitiger Kraftverlust. Das alles führte ich auf meine Sport-Faulheit zurück.

 

Ich nahm mir ernsthaft vor wieder mehr zu biken, aber es ging einfach nicht. Da waren plötzlich Bewegungsstörungen und manchmal fehlte auch das Selbstvertrauen. Trails, die ich bestens kannte wurden mir teilweise zu eng, zu steil oder beides. Das führte letztendlich zu der berechtigten Frage, was denn mit mir los sei?

 

 

Ein angepasster Neubeginn

 

Heute, zwei Jahre später, kenne ich all diese Gründe, ich war an Morbus Parkinson erkrankt. Nachdem ich jetzt wußte, weshalb ich diese fahrtechnischen Probleme hatte, wollte ich es genau wissen und begann gemeinsam mit meinem Schwabenmädl wieder zu fahren. Die ärgsten Probleme stellten sich wieder beim Uphill ein, keuchend und zickzack fahrender Weise versuchte ich mich hochzukämpfen. So ein Scheißdreck, keine Kraft, keine Kondition, dafür Gleichgewichtsstörungen. Oh jeh, wie wird das beim Downhill werden?

 

 

Die erfreuliche Überraschung

 

Unglaublich, je schneller und technisch anspruchsvoller ein Trail wurde, desto besser fühlte ich mich. Der Spaß stellte sich bereits beim ersten Versuch ein. Alle Zweifel waren schnell vergessen und die beiden Trails in Weidlingbach wurden wieder zum Trainingsrevier, bevor ich mich auch wieder auf andren Trails versuchte.

 

 

Eindeutige Erkenntnisse

 

Enge und steile Passagen wirken sich an manchen Tagen beklemmend aus, unabhängig davon wie gut ich einen Trail kenne. Es kann auch sein, dass ich plötzlich meinen Fähigkeiten nicht mehr vertraue und dadurch bestimmte Situationen falsch einschätze. Ich nenne das mal betriebsbedingte Fehlfunktionen, die in direktem Zusammenhang mit meiner Tagesverfassung stehen, die nicht vorhersehbar und auch nicht effizient kontrollierbar ist. Es gilt den richtigen Umgang mit diesen Fehlfunktionen zu finden und das bedeutet ständige Arbeit an sich selbst.

 

 

Die Idee mit dem ParkinsonRider

 

Es wäre auch kontraproduktiv etwas erzwingen zu wollen. Ich bin einfach nur glücklich und zufrieden, wieder fahren zu können, wenn auch nicht so oft und auch nicht ganz so unbelastet, wie früher. Ich seh’s positiv, denn viele Parkinson Patienten wird es wohl nicht geben, die mit Freude einen Trail runterheizen können?!

 

Daraus entstand die Projekt Idee mit dem ParkinsonRider, der auch sein entsprechendes Outfit bekommen sollte. Es sollen ruhig alle wissen, was mit mir nicht stimmt und weshalb ich manchmal etwas unkoordiniert daher komme.

 

So lange der Spaß am Mountainbiken habe, ich meine Problemchen halbwegs im Griff habe, ich keine Gefahr für andere und mich selbst bin, wird der ParkinsonRider immer wieder auf den verschiedensten Trails anzutreffen sein. Als Realist ist mir auch bewusst, dass ich meine ehemalige Form wohl kaum mehr erreichen werde, daher ist die Anschaffung eines E-Motors geplant …..

 

 

 Bilder und Videos gibt's hier zu sehen ☛ 

 

 

 

 

 

Freeriding ist kein Hobby ! 

Freeriding = Lifestyle

 

 

 

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